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Reiseberichte.
Reiseberichte Südamerika
Südamerika ist mit rund 17.840.000 Quadratkilometer der viertgrößte Kontinent. Einwohnerzahl ca. 355.070.500.
Von 1200 bis ca 1530 herrschten auf Südamerika die Inkas. Diese schufen ein riesiges Reich, das durch die Spanier vernichtet wurde. Im Jahr 1494 wurde der Kontinent zwischen Portugal und Spanien aufgeteilt.
In Brasilien wird portugisisch gesprochen, und in den restlichen Staaten Südamerikas spanisch.
Von Kolumbien entlang bis zur Südspitze ziehen sich mit einer Länge von 7.500 km die Anden. Der Aconcagua ist mit ca. 6950 Meter der höchste Berg Südamerikas. Der Amazonas besitzt 20% der gesamten Süßwasservorräte der Erde, und ist mit 6.670 Meter der längste Fluß des Kontinents.
Am Kap Horn, an der Südspitze des Kontinents treffen sich der Atlantik und der Pazifik.
Argentinien-Iguazú
Ruhig und gemächlich fließt der Rio Iguacu in seinem Bett. Nichts deutet darauf hin, dass nur wenige hundert Meter entfernt, dieser Fluß eines der größten Naturspektakel der Welt liefern wird; nämlich die grandiosen Wasserfälle, die seinen Namen tragen. Wer hätte ihn sonst schon gekannt? Auf dieser argentinischen Seite läßt es sich wunderbar zunächst durch Urwald und dann sogar auf dem Urwaldfluß Iguazu selbst laufen. Ein langer, langer Holzsteg macht's möglich. Und dieser Steg - so sagt unser Prospekt - endet erst am Abgrund in eine Wasserhölle, der Garganta do Diabo.
Nun, so ganz vertrauenswürdig erscheint der Holzsteg jedenfalls nicht an allen Stellen. Vielleicht ist auch deshalb so wenig Betrieb hier. Eine deutsche Lehrerin haben wir noch getroffen, die allein durch Brasilien reist und jetzt das Schauspiel des Iguazu erleben will; ansonsten nur eine Handvoll Touristen, die sich bis hierher verirren. So nah wir jetzt auch schon am Schlund des Teufels sind, was uns erwartet, wird immer noch nicht verraten. Lediglich ein Tosen rückt näher und man sieht Wassergischt aufsteigen.
Und das zeigt sich uns ... Die Teufelsschlucht oder wie man hier sagt die Garganta do Diabo. Es ist ein Blick in die Hölle und den Himmel zugleich. Nur bis hier her kommt man von dieser Seite. Dafür kann man in einem Turm noch hoch steigen und genießt dann das Panorama.
Von unterhalb des Turms am Ende des Wanderweges in Brasilien hat man dann diesen Blick auf die tosenden, hoch herab stürzenden Wassermassen. Die verschiedenen Farben des Wassers existieren tatsächlich und erschienen mir je nach Lage des Wetters bedrohlich oder heiter. Wir waren sowohl bei Regen als auch bei Sonnenschein hier her gewandert. Das Beeindruckendeste ist jedoch die unbändige Gewalt und Kraft, mit der das Wasser herrunter schießt und unten aufkracht.
So nahe kann man sowohl in Brasilien als auch in Argentinien an die Wasserfälle heran kommen. Die Grenze zwischen beiden Staaten verläuft in der Mitte des Rio Iguacu, hier also in der Mitte der Schlucht. Da in beiden Ländern verschiedene Sprachen gesprochen werden (portugiesisch in Brasilien, spanisch in Argentinien), differiert der Name des Flusses auch etwas. Die Argentinier schreiben Iguazú, die Brazilianer Iguacú, wobei zu dem c noch ein kleines Schlängelchen drunter gehört; ich weiß nur nicht, wie man es mit der Tastatur hinbringt :-( Meist laß ich auch - wegen der Suchmaschinen - das Zeichen auf dem u weg, obgleich ich hier weiß, wie es gemacht wird :-)
Schon unglaublich, wie völlig unterschiedlich sich die Iguazu Wasserfälle immer wieder präsentieren. Man kann sich nicht genug sattsehen an dieser Schönheit. Auf dem linken Felsblock habe ich lange gesessen und nur in das unendlich herunter stürzende Wasser geschaut. Es war aufregend und beruhigend zugleich. Und pitschnass war ich natürlich ebenfalls.
Auch an dieser Stelle habe ich lange gesessen. Es ist wieder auf brasilianischer Seite. Einige Treppen und Stege führen hier direkt ins Chaos. Leider waren fast alle schon wegen Baufälligkeit gesperrt und der Steg hierher erschien mir ebenfalls mehr als abbruchreif. Ich habe es dennoch gewagt, wenn auch als einziger, denn ich saß die ganze Zeit im Chaos allein. Rund herum und sogar unter mir nur rauschendes, schäumendes, donnerndes Wasser. Und überall wohin der Blick geht, Kaskaden herabstürzenden Wassers. Absolut unvergleichlich.
Wasser, Wasser und nochmals Wasser, wohin man in Iguassu auch schaut. Und dennoch haben wir täglich je eine große Wasserflasche zusätzlich hierher geschleppt. Denn durch das feuchtheiße Klima insbesondere unten in der Schlucht ist Schwitzen angesagt und man verliert viel Wasser, das unbedingt ersetzt werden muß. Auch haben wir täglich mindestens eine Tablette Salz geschluckt; es wirkt Wunder und Kopfschmerzen oder Abgespanntheit sind rasch verflüchtigt. Das mit dem Wasser gilt bei uns aber immer nur bis ca. 18.00 Uhr, dann steht zumindest bei mir als Ersatz die Flasche Bier auf dem Tisch. Bier gibt's rund um die Welt und schmeckt - bis auf die USA - regelmäßig ausgezeichnet. Selbst im tiefsten Afrika, wo sonst nichts funktioniert, der Bierwagen kommt immer durch; dafür wird von allen gesorgt. Und Südamerkia ist weiß Gott nicht Afrika. Hier läuft vieles bestens - wie in Europa. Kommt man in Brasilien - auch in den meisten anderen Staaten - nur eine Minute zu spät zum Überlandbus (Züge haben keine Bedeutung), dann kann man sicher sein, er ist weg.
Natürlich haben wir in Brasilien auch Caipirinha getrunken. Dieses Nationalgetränk paßt zu Brasil und schmeckt bestens. Zu Hause allerdings paßt es nicht mehr so recht, die mitgebrachte Flasche blieb lange unberührt. Das trifft aber auf viele Drinks des Urlaubs zu. Was das Essen in Südamerika anbelangt, es ist regelmäßig Spitze. Ich habe mich selten in einem Land so auf das Essen gefreut, wie auf diesem Kontinent. Es ist schmackhaft und meist auch sehr günstig; es paßt einfach alles. Und die Portionen sind oft so gewaltig, dass wir in Brasilien meist nur ein Essen bestellten. Es ist hier auch nichts Besonderes; man bekommt dann automatisch zweifach Besteck und sonst notwendiges Geschirr. Brasilien ist ein Land zum Schlemmen :-)
So gewaltig wie dieser circa in der Mitte der Schlucht herabdonnernde Wasserfall von Iguassu sind auch die Steaks, die in Brasilien serviert werden. Köstlich, köstlich kann man nur sagen. Auch die Beilagen dazu, Böhnchen, Erbschen und, und und. Und man muß wissen, dass die Brasilianer in besonderem Maße auf süßen Leckereien stehen. Man staunt, was es auf diesem Gebiet hier so alles gibt. Noch erstaunlicher allerdings, was so ein kleines, schlankes, brasilianisches Persönchen in sich hinein stopfen kann, ohne dabei rot zu werden. Am nächsten Tag trifft man es dann sogar am Strand im Tangahöschen und absolut knackiger Figur. Gewichtsprobleme scheinen sie von Natur aus nicht zu haben.
Das Gegenstück auf brasilianischer Seite; dieser Aussichtspunkt liegt direkt vor dem brasilianischen Luxushotel Das Cataratas. Für die meisten Touristen ist es auch der erstmalige Blick auf die Iguacu Wasserfälle. Denn fast alle Gruppenreisende steigen in diesem Hotel ab. Es ist ein stetes Kommen und Gehen im Das Catratas, häufig auch in der Nacht, da die Flüge zu dieser Zeit günstiger sind. Und viele halten sich auch nur einen Tag an den Iguacu Falls auf, bevor es weiter geht. Deshalb ist hier gegen Abend bereits tote Hose, da die Reisenden früh schlafen gehen (müssen). Wir waren denn auch fast die Einzigen, die der Band bei einem Glas des Nationalgetränkes Caipirinja lauschten. Nach zwei Nächten verschwanden auch wir wieder Richtung Foz do Iguacu, um etwas mehr Trubel am Abend um uns zu haben und das noch zu kleinen Preisen. Wir haben es wirklich nicht bereut.
Wir sind den Höhenweg auf brasilianischer Seite drei oder vier mal gegangen. Und dennoch, immer wieder scheint es neue Blicke zu geben. Da man hier durch Urwald läuft, ist die Sicht mal offen, mal durch Büsche und Bäume verdeckt oder aber es sind nur Ausschnitte der gegenüber liegenden Seite zu sehen. Von Blattwerk umrahmte Ausschnitte auf die Wasserfälle sind dabei besonders reizvoll. Leider sind solche Bilder für das Internet aber wenig geeignet, da die Dateien einfach zu groß werden oder die Qualität zu sehr einbüßen muß. Die Beschränkung fällt mir natürlich schwer :-(
Man sieht und merkt uns direkt die Fassungslosigkeit an, beim Blick in die Teufelschlucht, der Garganta do Diabo. Die Wucht und Gewalt, die sich hier abspielt, ist auch kaum zu begreifen. Und dennoch ein Bild von unglaublicher Schönheit. Zeit muß man oder sollte man hier mitbringen, um dieses Erlebnis in vollen Zügen auskosten zu können. Es ist wirklich traumhaft, in der Mitte des Flusses Rio Iguacu direkt am Abgrund der Teufelsschlucht stehen und staunen zu können. Hier geht's gute 80 Meter in die Garganta do Diabo nach unten und was da hinein gerät, ist endgültig verloren. Ein derartiger Gedanke geht einem natürlich immer wieder durch den Kopf, wenn man sich über das Geländer beugt, tief in den Abgrund schaut, das unglaubliche Getöse in den Ohren hat, der Boden unter einem zittert und man immer wieder aufs Neue von feinen Wasserschleiern überhaucht wird. Eine wahre Teufelsschlucht.
Wenn man auf argentinischer Seite von Puerto Iguazu, dem Pendantstädtchen zu Foz do Iguacú, per Bus auf dem großen Parkplatz an den Cataratas abgeliefert wird, hat man es nicht mehr weit zum ersten Wasserfall. Hier kommt man ebenfalls oberhalb der Fälle an und steigt dann unmittelbar neben dem herabrauschenen Wasser hinunter. Plattformen, die einen fast von vorne an den Wasserfall heranbringen, sind zudem auf verschiedenen Höhen angebracht. Hier hat man wirklich den Eindruck, mitten im Wasserfall zu stehen, zumal das Spritzwasser und die Schauer einen übernieseln. Ein grandioses Erlebnis ist dieser Abstieg.
Auf dieser Seite kann man auch problemlos und ohne Machete durch den Urwald des Iguazu Nationalparks laufen. Befestigte Wege durchqueren das Gebiet. Weit und breit haben wir allerdings keine Menschenseele getroffen. Lediglich ein Weißer aus Südafrika hat sich uns auf der Wanderung zur Teufelsschlucht angeschlossen. Eine weitere Begleitung hatten wir zudem durch die Geräuschkulisse, die stets um uns war. Insbesondere das Geschrei der Brüllaffen hält man nicht für möglich. Diese recht kleine Affenart gibt nämlich Brülllaute von sich, die selbst einem Silberrücken der Gorillas zur Ehre gereichen würden. Diese direkt aus dem Stamm wachsenden Früchte waren - wie so vieles hier im südamerikanischen Urwald - für uns neu. Leider sind im südlichen Brasilien die Urwälder bis auf Restbestände schon abgeholzt oder niedergebrannt worden, oft um neues Acker- oder Weideland zu schaffen. Selbst an diesen letzten Beständen wird genagt; die immer wieder zu sehenden Rauchwolken am Horizont sind das böse Zeichen dafür.
Viele Tiere trifft man an den Iguazu Cataratas leider nicht - außer reichlich Vögeln -. Dafür dürften einfach zu viele Leute hier herum laufen. Ganze Kolonnen an Menschen wälzen sich nämlich den Höhenweg entlang und wie Trauben hängen sie an den einzelnen Aussichtspunkten. Besser ist es auf der argentinischen Seite, da die Masse nicht laufen will und lediglich die vordersten Fälle gut besucht werden. Und selbst da kommen nur die Wenigsten ganz unten an und noch weniger gehen per Boot zu weiteren tollen Aussichtsplätzen im unteren Schluchtenbereich. Uns war's gerade recht, da wir die Schlucht mit den Fällen hier fast allein für uns hatten. Nur die völlig ungefährlichen Leguane sonnten sich in Nachbarschaft.
Wie dieses pelzige Tierchen heißt oder wie gar sein lateinischer Name lautet, kann ich leider nicht sagen. Ich weiß nur, dass es ein Brasilianer ist, da wir ihn auf der brasilianischen Seite getroffen haben und dass er recht drollig ist. Einen ausgezeichneten Appetit hat er auch, denn meine Keksrolle war nach seinem Besuch leer. Zu seiner Entlastung muß allerdings gesagt werden, dass wir - vor Freude über seine Zutraulichkeit - ihm die Kekse hinhielt und er einfach nicht wiederstehen konnte.
Nun erreichten wir das Ende oder aber den Anfang der Iguazu Cataratas. Ab hier wird der Rio Iguacu ruhiger und kleinere Schiffe befahren die 23 km lange Strecke bis zur Einmündung in den Rio Parana, dem Dreiländereck zwischen Argentinien, Brasilien und Paraguay. Der hier recht klein wirkende Wasserfall ist nämlich derjenige, an dem man in Argentinien bis in die Schlucht herab steigen kann. Über den 'kleinen' Abfluß sind wir per Boot auf die linke Quasi-Insel übergesetzt und haben uns dort eine vollen Tag lang aufgehalten, rund herum nur von tosenden Wassermassen umgeben.
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